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Andere Milieus und Motivationen
Frauen und Männer aus den verschiedensten Gruppierungen entschlossen sich in München zu Widerstand, Verweigerung oder Protest. Ihre Motive waren dabei so unterschiedlich wie die sozialen Milieus, aus denen sie kamen. Die vielfältigen Formen, sich zu widersetzen, hingen nicht zuletzt davon ab, welche gesellschaftliche Stellung die Menschen innerhalb des NS-Staates hatten.
Nicht nur für manche Katholiken waren der Glaube und die Verteidigung ihrer Religion, die entscheidenden Motive, sich gegen den Nationalsozialismus zu wenden. Auch unter den in München zahlenmäßig kleineren religiösen Gruppen gab es Widerstand: Den Protestanten machte es der NS-Staat leicht, sich der herrschenden Ordnung anzupassen, so daß sich nur wenige für eine deutliche Oppositionshaltung entschieden. Dagegen zog für Angehörige der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas das bloße Festhalten an ihrer Religion schärfste Verfolgung nach sich. Für die Münchner Juden schließlich waren bereits die Versuche, sich gegen die immer heftiger werdende rassische Verfolgung zu behaupten, ein Akt des Widerstands.
Ein wichtiges Motiv für widerständiges Verhalten war ab 1939 der Krieg, der zum Teil auch solche Menschen in Konflikt mit dem Regime brachte, die in anderen Bereichen durchaus mit den Nationalsozialisten sympathisiert hatten oder sich als unpolitisch verstanden. Eine weitere Kriegsfolge war das verzweifelte Widerstehen der nach München verschleppten Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter.
Im Bereich von Wissenschaft und Kunst war die Opposition gegen den NS-Staat oft von den Arbeitsbedingungen der Betroffenen bestimmt.
Auch viele Menschen, die nicht einer Gruppe oder einem Milieu angehörten, das sie für "Widerstand" prädestiniert hätte, haben sich in einzelnen Situationen dem totalen Machtanspruch des nationalsozialistischen Staates widersetzt. Solche spontanen und individuellen Verweigerungen im Alltag wurden streng bestraft.
Kapitelinhalt:
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