"Bayern vor der Anarchie retten"
Die Gruppe um Franz Sperr

1934 bildete sich in Bogenhausen ein elitärer Kreis von ehemaligen Politikern konservativ­monarchistischer Herkunft, die sich darüber einig waren, daß das NS­Regime über kurz oder lang zusammenbrechen mußte. Sie wollten verhindern, daß dann wie 1918/19 Kommunisten und andere Revolutionäre das Machtvakuum ausnutzen würden.

Zunächst handelte es sich nur um einen Gesprächskreis um den ehemaligen Gesandten der bayerischen Regierung in Berlin, Franz Sperr. Man stellte Überlegungen an, wie ein Regierungswechsel in Bayern ablaufen könnte, und knüpfte Kontakte zu Persönlichkeiten ­ besonders im Militär. 1943 kam eine Verbindung zum gesamtdeutschen Widerstand um den "Kreisauer Kreis" zustande. Allerdings stellten sich bald politische Differenzen heraus: Vor allem forderte der Sperr­Kreis ein eigenständiges, vom Reich unabhängiges Vorgehen in Bayern. Auch lehnten die Mitglieder alle Pläne ab, Hitler gewaltsam zu stürzen. Nach dem gescheiterten Attentat des 20. Juli 1944 wurde der Kern des Kreises verhaftet. Da Sperr eine Mitwisserschaft an dem Attentat nachgewiesen werden konnte, verurteilte ihn der Volksgerichtshof zum Tode.

Franz Sperr wurde vom Volksgerichtshof im Januar 1945 zum Tode verurteilt und hingerichtet.


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last modified: 1998/10/06
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