
Der Münchner Jesuitenpater Rupert Mayer bei einer Caritassammlung.
|
  |
Viele der etwa 280 Münchner Priester gerieten mit dem NSRegime in
Konflikt: 14 Geistliche wurden mit einem Unterrichtsverbot belegt, fünf
mit einem Schreibverbot, vier wurden zwangsversetzt, 32 mit Gefängnis
oder KZHaft zwischen einigen Tagen und mehreren Monaten bestraft; Alfred
Delp und Josef Wehrle wurden zum Tode verurteilt.
Darüber hinaus mußten viele Priester Verhöre, Hausdurchsuchungen und
Verwarnungen über sich ergehen lassen.
Ursache der Verfolgungen war meistens, daß sich die Priester von der
Kanzel herab oder im Religionsunterricht gegen die
nationalsozialistischen Angriffe auf die Kirche und den Glauben wehrten.
Sie prangerten die Hindernisse bei der Verbreitung von Gottes Wort an.
Viele wurden deshalb wegen "Kanzelmißbrauchs" bei der Gestapo angezeigt.
Der Münchner Jesuitenpater Rupert Mayer beispielsweise verbrachte wegen
seines kämpferischen und kompromißlosen Auftretens gegenüber dem
NSRegime mehr als sechs Jahre in Gefängnis und KZHaft. Manche
Geistliche bezogen auch über die Verteidigung der Kirche hinaus gegen die
Rechtsbrüche und die Unmenschlichkeit des Regimes Stellung, wie Emil
Muhler, der Pfarrer von St. Andreas. Solche Priester predigten im
Krieg für den Frieden, sie nahmen das Judentum in Schutz, kritisierten
die staatliche Willkür oder verurteilten den nationalsozialistischen
"Führer"Glauben.
|