
Das Ehepaar Martin und Gertrud Pötzinger organisierte in München im Winter 1936 die Verteilung von Flugblättern.
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Die Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas gehörte zu den am heftigsten
verfolgten Gruppen im "Dritten Reich". Ihr Verständnis der Bibel verbot
ihnen, Eide zu schwören, mit "Heil" zu grüßen oder sich am Krieg zu
beteiligen. Andererseits schrieb es ihnen das Missionieren und das Abhalten
von Bibelbesprechungen vor. Dadurch gerieten die Zeugen Jehovas in schwere
Konflikte mit den NSBehörden. In ihrem Glauben an die baldige Ankunft des
Reichs Gottes waren viele bereit, auch KZHaft und Tod auf sich zu nehmen.
Im April 1933 wurde die Glaubensgemeinschaft verboten. Trotz der
Massenverhaftungen gelang es in München bis 1937, die hierarchische Struktur
der Gemeinschaft aufrechtzuerhalten: "Gruppendiener", "Untergruppendiener" und
"Zellenleiter" wurden immer wieder ersetzt, um Bibelstunden zu organisieren
und illegale Literatur zu besorgen. Gerade die Frauen spielten im Untergrund
eine wichtige Rolle (-> Magdalena Römer). Zweimal gelang es, in
reichsweit koordinierten, spektakulären Aktionen am selben Tag alle deutschen
Städte mit Flugblättern zu überschwemmen. Im Krieg wurden viele Zeugen Jehovas
wegen Kriegsdienstverweigerung hingerichtet.
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