" Offener Kampf ist aussichtslos "
Jüdische Selbstbehauptung

Der völligen Rechtlosigkeit und Willkür ausgesetzt, hatten die Juden von allen Bevölkerungsgruppen die geringsten Möglichkeiten, sich dem nationalsozialistischen Regime zu widersetzen. Jede mißliebige oder auch nur auffällige Handlung konnte für sie bereits seit 1933 lebensbedrohlich werden.

Proteste gegen die Verfolgung gab es daher in München nur sehr wenige. Der jüdische Rechtsanwalt Michael Siegel ging in den ersten Tagen nach der "Machtergreifung" zur Polizei, um sich über die KZ­Haft eines seiner jüdischen Mandanten zu beschweren. Er wurde daraufhin selber mißhandelt. In den folgenden Jahren wurde eine Reihe von Juden vor dem Sondergericht verurteilt, weil sie das "Dritte Reich" kritisiert hatten. Benno Neuburger verschickte Postkarten mit antinationalsozialistischen Parolen und wurde zum Tode verurteilt. Manche versuchten vergeblich, sich den Verfolgungen zu entziehen, indem sie ihre jüdische Identität verschwiegen, die seit 1939 vorgeschriebenen Vornamen "Sara" bzw. "Israel" nicht annahmen oder den "Judenstern" nicht trugen. Die Emigration ins Ausland rettete etwa 7500 Münchner Juden das Leben.

Die Haftbilder Benno Neuburgers. Der 71 Jahre alte Immobilienmakler, der versucht hatte, mit anonym verschickten Postkarten auf den Massenmord an der jüdischen Bevölkerung aufmerksam zu machen, wurde 1942 zum Tode verurteilt und hingerichtet.


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last modified: 1998/10/06
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