Wissenschaftler, Intellektuelle und Künstler

München galt den Nationalsozialisten als Stadt der Wissenschaft und Kunst. Doch wünschte das Regime nur eine "deutsche" Kunst und "deutsche" Wissenschaft. Wer sich zu diesem vagen Ideal nicht bekannte, dem wurde das Arbeiten nahezu unmöglich gemacht. Die namhafte literarische Avantgarde emigrierte bereits 1933: Thomas Mann, Lion Feuchtwanger und Oskar Maria Graf schrieben vom Ausland aus gegen den Nationalsozialismus an. Die unpolitischen oder oppositionellen Künstler, die in München blieben, kämpften abseits des nationalsozialistischen Kunstbetriebs um ihre materielle Existenz. Katholische Gelehrte und Schriftsteller, die zwischen den Zeilen den "gottlosen" Führerglauben und den absoluten Staatsanspruch kritisierten, durften nicht mehr veröffentlichen. Dennoch wirkten beispielsweise die Publizisten Carl Muth und Theodor Haecker im privaten Kreis auf das Denken der Mitglieder der "Weißen Rose". Im Zuge der "Gleichschaltung" wurden an den beiden Münchner Hochschulen zahlreiche unangepaßte Professoren entlassen. Während sich die meisten Hochschullehrer mit den herrschenden Verhältnissen arrangierten, gab es nur wenige, die sich aktiv gegen den Nationalsozialismus engagierten, wie den Philosophieprofessor Kurt Huber. Doch auch einige naturwissenschaftliche Institute entwickelten sich zu Schauplätzen oppositioneller Aktivitäten.

 
Kurt Huber. Der Philosophie- und Musikprofessor beteiligte sich seit 1943 am Widerstand der "Weißen Rose". Er wurde vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und hingerichtet.
 


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last modified: 1998/10/06
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