" Dieses Unrecht wird gebüßt werden"
Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter

Seit 1940 bildeten die ausländischen Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen einen immer größeren Anteil an der Bevölkerung. Sie sollten den Arbeitskräftemangel im Krieg ausgleichen und mußten bis zu 72 Wochenstunden arbeiten. Ihre Widerstandsmöglichkeiten waren gering ­ auch bei kleinsten Vergehen drohten drakonische Strafen. Die "Ostarbeiter" unter ihnen konnten ohne Gerichtsverfahren hingerichtet werden.

Dennoch kam es häufig zu Protesten gegen die Entrechtung und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Jeden Monat wurden Hunderte von ausländischen Arbeiterinnen und Arbeitern wegen Arbeitsverweigerung, "Bummelei" und "Renitenz" in Polizeihaft genommen. Viele versuchten zu fliehen. Besonders unter den Franzosen entwickelte sich ein reger Markt für gestohlene und gefälschte Pässe, Urlaubsscheine und Zivilkleidung. Zum Teil entstanden regelrechte Fluchthilfeorganisationen. Außerdem gab es wohl in fast allen Kriegsgefangenenlagern Widerstandsgruppen, die Sabotage leisteten, Waffen sammelten und sich auf den Zeitpunkt der deutschen Niederlage vorbereiteten. Die wohl größte Organisation war die "Brüderliche Zusammenarbeit sowjetischer Kriegsgefangener" (BZK), die auch mit deutschen Widerstandskämpfern zusammenarbeitete.

Kriegsgefangenenlager. Seit 1940 prägten ausländische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter das Stadtbild.


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last modified: 1998/10/06
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