Emil Muhler
(1892-1963)

Pfarrer Emil Muhler.
 
 
Emil Muhler wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. 1919, nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg, ließ er sich zum Priester weihen. Da er sozialpolitisch sehr interessiert war, promovierte er 1923 über die "Idee des gerechten Lohnes". 1924 wurde er Stadtpfarrer in St. Andreas im Glockenbachviertel, wo er viel mit den Nöten der armen Bevölkerung in Berührung kam. Bis zur "Machtergreifung" saß er für die Bayerische Volkspartei im Stadtrat.

Im Herbst 1933 geriet Muhler zum ersten Mal in Konflikt mit dem NS-Regime: Von einem Kommunisten in seiner Gemeinde erfuhr er, daß im KZ Dachau Häftlinge mißhandelt und getötet würden. Da er dies weitererzählte, wurde er zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt. Obwohl der Gerichtsprozeß großes Aufsehen verursachte, hielten sich die Kirchenbehörden in ihrem Protest dagegen zurück. Vor allem von Kardinal Faulhaber fühlte sich Muhler im Stich gelassen. Er faßte seine Kritik am Nationalsozialismus und an der Haltung der Kirche in einer Denkschrift zusammen, die er dem Ordinariat übergab. 1940 fand die Gestapo die Denkschrift bei einer Hausdurchsuchung in Muhlers Wohnung. Monatelang wurde er nun Verhören ausgesetzt. Zunächst beharrte er standhaft auf seiner Fundamentalkritik. Doch schließlich verfaßte er, durch die Haft zermürbt, eine "Entschuldigung", und wurde daraufhin freigelassen. Auch später engagierte er sich gegen den Nationalsozialismus, wo er konnte. 1944 wurde er erneut verhaftet und bis Kriegsende im KZ Dachau festgehalten. Nach dem Krieg trat Muhler der CSU bei. Er blieb in der Kirche weiterhin ein streitbarer Mann.

  • siehe auch Katholische Priester


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