
Hauptmann Rupprecht Gerngroß bei der Verlesung des Rundfunkaufrufs der
"Freiheitsaktion Bayern". Gerngroß konnte sich nach dem Scheitern des
Putsches auf eine Berghütte retten.
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In den letzten Kriegsmonaten taten sich mehr Menschen als zuvor zusammen,
die die sinnlosen Opfer des Krieges nicht mehr ertrugen und weitere
Zerstörungen zu verhindern suchten. Für sie spielte die politische
Herkunft keine Rolle mehr, auch Pläne für die Nachkriegszeit rückten in
den Hintergrund. Es zählte nur noch, alle Gegner des Regimes
zusammenzuschließen, um endlich den Terror zu beenden.
So bildete sich eine Widerstandsgruppe "O7" ("Organisation im Wehrkreis
VII"), die unter Wehrmachtsangehörigen "Zersetzungsarbeit" leistete und
in Flugblättern zur Sabotage aufforderte.
In der Dolmetscher-Kompanie des Wehrkreises VII entstand unter ihrem Hauptmann
Rupprecht Gerngroß ein Widerstandskreis mit guten Kontakten zu anderen
Oppositionellen. Unter dem Namen "Freiheitsaktion Bayern" versuchte dieser Kreis im
April 1945 den bewaffneten Aufstand. Es gelang, die Radiosender in Erding und
Freimann zu besetzen. Über den Rundfunk wurde der Sturz des nationalsozialistischen
Regimes in München verkündet und zur Verhaftung der NS-Funktionäre aufgerufen.
Der Putsch scheiterte, als der nationalsozialistische Reichsstatthalter von Epp, auf
dessen Hilfe sich Hauptmann Gerngroß verlassen hatte, seine Unterstützung
verweigerte: Gerngroß gab auf und floh auf eine Berghütte. Über 40 Aufständische, die
den Aufrufen der FAB gefolgt waren, verloren ihr Leben - zwei Tage vor der
Besetzung Münchens durch die Amerikaner.
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