" Für mich ist der Krieg aus"
Kriegsdienstverweigerung und Desertion

Auf Wehrdienstverweigerung stand die Todesstrafe. Bewußt gingen bis zu dieser Konsequenz nur Menschen, denen der Glaube den Kriegsdienst verbot. Für München sind Fälle von Zeugen Jehovas überliefert, wie Konrad Nägele und Karl Schöner, die aus Gewissensgründen das Todesurteil in Kauf nahmen. Franziska Engel und Mathilde Fischl, beide als Zeuginnen Jehovas im KZ Ravensbrück, wurden erhängt. Sie hatten sich geweigert, Militärsocken zu stopfen.

Doch auch nicht­religiöse Menschen verabscheuten den Krieg, fanden den Drill und die Beschneidung ihrer Freiheit im militärischen Dienst unerträglich, wollten ihr Leben nicht für eine verlorene Sache riskieren oder hatten einfach nur Heimweh und Angst. Mit Glück und Beziehungen ließen sie sich "unabkömmlich" oder krank schreiben. Zur Desertion entschlossen sich die Verzweifelten: Sie liefen davon oder kamen aus dem Urlaub nicht mehr in ihre Einheiten zurück. Oft versteckten sie sich bei Angehörigen. Meist wurden sie bald gefaßt, vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet (-> Franz Fellner). Ihre Helfer wurden wegen "Wehrkraftzersetzung" oder "Beihilfe zur Fahnenflucht" ebenfalls verurteilt.

  • siehe auch Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter


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    last modified: 1998/10/06
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