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Widerstand an naturwissenschaftlichen Universitätsinstituten
An der Ludwig-Maximilians-Universität ermöglichte der Chemiker und
Nobelpreisträger Heinrich Wieland zahlreichen "Halbjuden" das Studium
an seinem Institut. Auf sein internationales Renommee vertrauend,
riskierte Wieland immer wieder Konflikte mit NS-Autoritäten, blieb aber
letzlich unbehelligt. Unter seiner demonstrativ liberalen Leitung
entstand am Chemischen Institut der Universität eine regimekritische
Atmosphäre, die sich herumsprach. Das Institut wurde so zu einem
Sammelbecken oppositioneller und "rassisch belasteter" Studenten. Hier
bildete sich auch der Widerstandskreis um den "Halbjuden" Hans Leipelt
und Marie-Luise Jahn. Obwohl die beiden Chemiestudenten zu
Mitgliedern der "Weißen Rose" keinen direkten Kontakt gehabt
hatten, fühlten sie sich nach der Hinrichtung der Geschwister Scholl
verpflichtet, deren Aktionen fortzusetzen. Mit dem Zusatz "Und ihr Geist
lebt trotzdem weiter!" vervielfältigten sie das letzte Flugblatt auf der
Schreibmaschine. Im Herbst 1943 wurden sie und andere Institutsangehörige
verhaftet. Der Volksgerichtshof verurteilte Marie-Luise Jahn zu einer
langjährigen Gefängnisstrafe, Hans Leipelt zum Tode.
Auch an der Technischen Hochschule entwickelte sich am Institut Prof.
Hans Fischers - ebenfalls Nobelpreisträger für Chemie - in den 40er
Jahren ein oppositioneller Kreis. Die Gruppe um den "rassisch
belasteten" Studenten Oskar Neumann plante sogar Sabotageakte, blieb
aber unentdeckt.
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